Alexander Schweitzer (SPD Rheinland-Pfalz): Bei Anruf Job!


Von Peter Baier

Ein Reizthema für den südpfälzischen SPD-Lautsprecher, der heute als Fraktionsvositzender der SPD-Landtagsfraktion seine Leute auf Linie bringen muss, ist seine Verstrickung in einen peinlichen Fall von versuchter Vetternwirtschaft aus dem Jahre 2014. Wenn ihn auf seiner facebook-Seite jemand daraufhin anspricht, folgt die Löschung des ungewünschten Kommentars auf dem Fuße. Offenbar ist dem Mann diese Affäre immer noch peinlich. Was man verstehen kann. Um Herrn Schweitzer das Vergessen nicht ganz so leicht zu machen, wollen wir hier nochmal daran erinnern.

Die Geschichte in der gebotenen Kürze: Im Jahre 2014 war Schweitzer noch Gesundheitsminister in Rheinland-Pfalz. Wie der Mann, der als nicht einmal über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt sondern nur das Erste Juristische Staatsexamen abgelegt hat, an den Job des Gesundheitsministers kommen konnte, das wissen wohl nur die Sterne. Aber egal wie er den gutbezahlten Posten ergattern konnte, Schweitzer war damit auch ein Machtfaktor im rheinland-pfälzischen Gesundheitswesen. Und diese Position wollte er wohl nutzen. Sein Schwager, ein Herr Heft, hatte sich nämlich just damals um einen Job als Lagerist ausgerechnet beim in der Südpfalz angesiedelten Klinikum in Klingenmünster beworben. Und da dachte sich unser verehrter Herr Schweitzer doch mal eben, dass man da ja mal telefonisch Kontakt aufnhemen und vielleicht etwas für den lieben Herrn Schwager tun könnte. Denn pikanterweise gab es damals gerade einen Streit zwischen dem Klinikum und Schweitzers Ministerium um eine erhebliche Kostensteigerung beim Aufbau der Forensik. Und da dachte sich das hochintelligente Politikgenie aus der Pfalz: „Ruffe mer do mol aaaa, denn eeene Hond wäscht die annere….“

Gesagt getan: Herr Schweitzer hängte sich also ans Telefon und begehrte die Klinikleitung zu sprechen. Thema: Der Job für den Schwager, genauer dessen Bewerbung. Aber anstatt dass die Klinikleitung nun Herrn Schweitzers Schwager direkt einstellt (für schlappe 1000 Euronen mehr im Monat als die Stelle eigentlich dotiert war!) machte eben diese Klinikleitung den Anruf des Herrn Ministers publik. Dumm gelaufen für Alexander Schweitzer, den damaligen Gesundheitsminister. Eine 1a Affäre war geboren.

Noch dümmer als der Anruf selbst waren allerdings die Rechtfertigungsversuche von Schweitzer. Seine Absicht sei gewesen, dem „Schwager weder Vor- noch Nachteile zu verschaffen“, sagte Schweitzer im Landtag. Dieser Mann hält die Menschen im Land offenkundig für deutlich dümmer als die Polizei erlaubt. Wenn er der Bewerbung des Herrn Schwagers neutral gegenüberstand, wie er behauptete, warum ruft er dann die Klinikleitung an und bringt die Bewerbung ins Gespräch? Hatten man damals nicht über wichtigere Dinge zu reden als über den Lageristenjob von Schweitzers Schwager? Z. B. über die Geldbeträge, die das Klinikum für weiteren Ausbau der Forensik benötigte? Oder wollte Schweitzer vielleicht doch eine kleine „Gegenleistung“ für eine wohlwollende Begutachtung der Pläne des Klinikums heraushandeln? Oder war seine Absicht nur das zu tun, was SPD-Politiker immer vorgeben, nämlich Arbeitsplätze zu schaffen? Dann aber nur einen (obwohl es den ja schon gab) und dann gleich mal eben den Schwager darauf platzieren?

Vielleicht sollte man zum Abschluss auch noch erwähnen, dass der Schwager natürlich ebenfalls bei der SPD ist. Hier lag ganz eindeutig ein, wenn auch untauglicher, Versuch von Alexander Schweitzer vor, mit seinem damaligen Ministeramt im Rücken Günstlingswirtschaft zu betreiben. Und sich danach auf dümmlichste Art und Weise aus der oberpeinlichen Affäre herausreden zu wollen. Aber anstatt nun einfach zuzugeben, was seine Intention war, nämlich eine wenig innovative Form von „privater Arbeitsvermittlung“ zu installieren, versuchte er seine Wähler und alle anderen auch einfach für dumm zu verkaufen und trug eine hanebüchene Story vor, die selbst gestandene Pfälzer mit dem Kopf voll Rieslingschorle nicht einmal in Ansätzen glauben würden.


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